Da ist das augenfällige Ende der gesamten neoliberalen Wirtschaftsdoktrin und der Globalisierungslügen noch dazu. Privat vor Staat, keine Beihilfen, totale Öffnung der Märkte all das ist jetzt mit einem Mal ad absurdum geführt, wie es donnernder nicht ginge. Über 500 Milliarden Euro, Kredite und Bürgschaften an Banken, lässt sich Bundesdeutschland diese zu späte Erkenntnis kosten. Können auch kleine und mittelständische Betriebe, die in die Knie zu gehen drohen, jetzt ein staatliches Rettungspaket erhoffen? Nein, nur wer Milliarden in den Sand setzt, dem kann geholfen werden. Immerhin, auch das Kindergeld steigt zum 1. Januar: um sage und schreibe zehn Euro.
Das führt mich zum traurigen Ende von Jörg Haider. Ein Journalist entblödete sich nicht, dem Toten in Zeiten der hastig geschnürten „Rettungspakete“ vorzuwerfen: „Statt langfristig zu planen, schüttete Haider das Füllhorn aus: Im Dezember 100 Euro in bar Teuerungszulage, Mütter bekommen 800 Euro Geburtengeld …“ Ja, Gott sei Dank hat er das Füllhorn über den Richtigen ausgeschüttet, ehe die knappen Mittel irgendwelchen Bankrotteuren nachgeschmissen oder wie durch unsere Kreditanstalt für Wiederaufbau an Lehman Brothers hinterherüberwiesen werden konnten. Kärnten hat es ihm gedankt. Man sieht nur mit dem Herzen gut, heißt es in Saint-Exupérys „Der kleine Prinz”. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass Haiders Ehefrau einmal dieses Werk als ihr Lieblingsbuch bezeichnete!
Zum dritten bewegt uns ein Ende, das nicht in Sicht ist: Wann ist Schluss mit dem deutschen Einsatz in Afghanistan? Wir wollen da raus. Doch der Bundestag hat gerade mit 442 Stimmen gegen 96 das Mandat ein weiteres Mal verlängert und ausgeweitet. Seither mussten wieder zwei Soldaten ihr Leben lassen. Im August erst hat ein deutscher Soldat an einem Checkpoint auf afghanische Zivilisten geschossen und dabei eine Frau und zwei Kinder getötet. Schlimmer noch als das Unrecht, das man erleidet, ist jenes, das man begeht.
Das letzte Ende, von dem hier die Rede sein soll, wurde leider vor bald zwei Jahrzehnten abgeschafft: „Wir beenden hiermit unser Programm und wünschen Ihnen eine gute Nacht.“ Das waren noch Zeiten! Wenn 70 Sender 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang ununterbrochen ausstrahlen, geht das nur mit Wiederholungen, Billigproduktionen, drittklassigen „Comedians“ und natürlich: Kochsendungen. Dass es keinen Sendeschluss mehr gibt, dass keine Sendepausen, sondern nur noch Werbepausen existieren, ist einer der Gründe, warum Fernsehen so qualvoll ist.