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Droht uns Nuklear-Terror?

Schäuble, die Bombe und „die verbleibende Zeit“

(September 2007)

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnt vor einem möglichen Terroranschlag mit Nuklearmaterial, ja redet ihn geradezu herbei: „Viele Fachleute sind inzwischen überzeugt, dass es nur noch darum geht, wann solch ein Anschlag kommt, nicht mehr, ob.“ Und er setzt noch eins drauf: „Es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit verderben, weil wir uns vorher schon in eine Weltuntergangsstimmung versetzen.“

Bevölkerungsschutz? Fehlanzeige!

Grotesk: Das Ministerium eben jenes Wolfgang Schäuble hat am 7. Mai 2007 den „Bunkerausstieg“ beschlossen. Die 2000 noch für den Zivilschutz bereitgehaltenen Bunker und Schutzräume im ganzen Bundesgebiet werden aufgegeben. Im Bürokraten-Deutsch heißt das „Aufgabe des flächendeckenden öffentlichen Schutzraumkonzepts”, obwohl auch bisher nur für zwei Prozent der Bevölkerung ein Schutzraumplatz bereitstand. Ausdrücklich „nicht ausgeschlossen wird, dass einzelne Schutzräume etwa im räumlichen Zusammenhang mit kritischer Infrastruktur aufrechterhalten werden”. Das bedeutet im Klartext wohl: „Bonzen” bleiben geschützt. Wo aber soll der Rest der Bevölkerung – man denke nur an die Kinder – Zuflucht nehmen, um im Falle des Falles die Dauer der Strahlenexposition möglichst kurz zu halten oder dem anschließenden radioaktiven Fall-out auszuweichen?

Doppelt sicher: die Schweiz

Ein Blick in die Schweiz macht auch in diesem Zusammenhang neidisch: Aktuell gibt es in der Schweiz 270.000 Personenschutzräume und 3.500 Schutzanlagen. 95% der Bevölkerung haben Zugang zu einem Schutzraum. Und, viel wichtiger noch: Die Regierung in Bern hält die Eidgenossenschaft eisern aus allen Konflikten heraus. Von so viel Vernunft ihrer politischen Führung können Bundesrepublikaner bis auf weiteres nur träumen.

Gerhard Frey