Winnenden:
BILD schoss mit
(16. März 2009)
![]() „Computer BILD Spiele“, März 2009, setzt Trends: Der Junge mit der Beretta trotz Winnenden weiter online. |
![]() Kopfschussszene bei „Computer BILD Spiele“, März 2009. Springer-Kommentar dazu: „Kopfsache“ |
„Am schnellsten mit Kopfschuss“
Aber es kommt noch ärger. Mit 148 Bildern wird das „Ego-Shooter”-Spiel vom BILD-Computerspielblatt hymnisch beworben (Testergebnis: sehr gut „Killzone 2” bekommt im selben Heft nur „gut”). Mehrfach preist die BILD-Dependance dabei die Vorzüge von Kopfschüssen an. „Kopfsache“ heißt es zu einem entsprechenden Bild zynisch. Die Widersacher zu Zombies mutierte Menschen „erledigen Sie am schnellsten mit einem Kopfschuss“. „Mit gezielten Schüssen auf die Köpfe” spare man Munition, erfährt man zu einem anderen Bild. Und noch manch anderen Tipp gibt es: „Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie sich nicht in die Enge treiben … Vorbei die Zeiten, in denen Sie pausieren und in aller Ruhe nachladen, sich heilen oder zu einer anderen Waffe wechseln.“ All das hat auch Tim Kretschmer bei seinem stundenlangen Massenmord beherzigt.
Der BILD-Ableger riet im Zusammenhang mit Kretschmers letztem Killerspiel:
„Wer genau treffen will, zielt am besten über Kimme und Korn.“ Tim hat es beachtet.
„Im Kampf gegen die verfeindeten Clans dürfen Sie nicht zimperlich sein. Mit dieser mächtigen Bleipuste zerlegen Sie ein Camp.“ Auch hier war Tim ein vorbildlicher Schüler.
„In Fahrzeugen herrscht klare Arbeitsteilung: einer fährt, einer ballert.“ Das hat Tim auch seiner Geisel Igor W. klargemacht.
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Durchlauferhitzer: „Far Cry 2“, Tims letzter virtueller Kampfplatz, auf dem Titel des BILD-Computerspielblatts. „Aufregende Kämpfe“ und „lange Fahrwege“. |
![]() Vorher Video, nachher Video: So generiert BILD Nachahmungstäter. |
Merkel deckt
Und auch an den noch tieferen Ursachen Sinnentleerung, Identitätsverlust, subjektive Entwertung der eigenen, in Zeiten forcierter Globalisierung scheinbar austauschbaren Existenz soll sich nach dem Willen der Mächtigen nichts ändern.
Gerhard Frey